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Ein wichtiger Standortfaktor und ein Zeichen für die Weltoffenheit des Landes Brandenburg ist der offene Umgang mit den homosexuellen und transidenten/transsexuellen Bürgerinnen und Bürgern. Menschen, die nicht-heterosexuell leben und/oder nicht dem klassischen Bild der heteronormativen Mehrheitsgesellschaft entsprechen, erfahren im Alltag leider immer wieder offene Homo- und Trans*phobie trotz aller gesellschaftlichen Fortschritte der letzten Jahre. Diese Homophobie und Trans*phobie äußert sich durch verbale Attacken, bis hin zum Mobbing durch das berufliche und private Umfeld. Physische Gewalt kommt leider oft hinzu.

Die Beratungs- und Präventionsangebote, die Projekte zur Aufklärung und allgemeinen und zielgruppenspezifischen Information haben sich in den letzten Jahren vervielfältigt und verstetigt. CSD - Veranstaltungen gibt es nun in Potsdam (Landeshauptstadt), Cottbus (Lausitz) und Templin (Uckermark). Projekte zur (Wieder)eingliederung in den Arbeitsmarkt für LSBTI-Menschen helfen Opfern von Gewalt, HIV+ und/oder Menschen mit multiplen Problemlagen konkret weiter um eine neue Lebensorientierung und damit eine höhere Lebensqualität zu finden.

Mit dem Gebot der Nichtdiskriminierung aufgrund der sexuellen Identität in der Brandenburger Landesverfassung als eines der ersten deutschen Bundesländer und der völligen Gleichstellung von Lesben und Schwulen im Landesrecht durch das Lebenspartnerschaftsergänzungsgesetz 2012 ist die Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Trans*gendern in Brandenburg weit vorangeschritten.
Mit der Umwandlung der Stelle der Antidiskriminierungsbeauftragten im Büro der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg zur Landesstelle für Chancengleichheit wurde in der letzten Legislaturperiode zumindest die theoretische Öffnung auch für andere Diskriminierungsmerkmale über Nationalität und Herkunft hinaus eingeleitet, auch wenn aufgrund der bisherigen Tätigkeit noch keine positiven Ergebnisse für die Antidiskriminierungsarbeit für LSBTI zu verzeichnen sind.

Auch Brandenburg ist ein Einwanderungsland. Viele der Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund stammen aus Kulturen, die stärker von patriarchalen Rollenerwartungen, der Ablehnung der Selbstbestimmung der Frau sowie der Tabuisierung und Verdammung von Homosexualität und Transsexualität geprägt sind. Studien zufolge erleben Lesben und Schwule mit Migrationshintergrund häufigere und schwerere Diskriminierungen. Die Erlebnisse der Diskriminierung wegen der sexuellen Orientierung werden als belastender eingeschätzt als Diskriminierung wegen der Herkunft. Das Selbstbild und die Lebenszufriedenheit der Lesben und Schwulen, deren Eltern aus anderen Ländern kommen, ist Untersuchungen zu folge weniger positiv und sie bekommen weniger soziale Unterstützung.

Homo- und trans*phobe Gewalt und Diskriminierung sind im Alltag noch nicht überwunden. Viele Lesben und Schwule berichten von Anfeindungen, insbesondere von Benachteiligungen in der Arbeitswelt, aber beispielsweise auch über Ausgrenzung auf dem Mietwohnungsmarkt. Immer wieder gibt es auch gewaltsame Übergriffe. Der Kampf gegen Homophobie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Alle Institutionen und gesellschaftlichen Gruppen sind aufgerufen, sich daran zu beteiligen.

In Brandenburg wurde auch nach dem Ende des Nationalsozialismus die Gesetzgebung zur Verfolgung der Homosexuellen nach § 175 StGB bis zur Gründung der DDR fortgesetzt. Erst mit dem DDR-Strafrechtsänderungsgesetz 1957 wurde die Verfolgung homosexueller Männer im heutigen Brandenburg beendet. Verurteilungen unter den Nationalsozialisten wurden durch den Bundestag 2002 aufgehoben. Im Oktober 2012 beschloss nunmehr der Bundesrat auf Antrag der Länder Berlin, Brandenburg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen eine Aufforderung an die Bundesregierung, „Maßnahmen zur Rehabilitierung und Unterstützung für die nach 1945 in beiden deutschen Staaten wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen Verurteilten vorzuschlagen.

Brandenburger Schulen und Bildungseinrichtungen sind weit entfernt von einem selbstverständlichen, akzeptierenden Umgang mit homo- oder trans*sexuellen Mädchen und Jungen. Junge Lesben, Schwule und Trans*gender sind im Coming-out weitgehend auf sich selbst gestellt. „Schwule Sau“ ist leider nach wie vor eines der häufigsten Schimpfworte auf den brandenburgischen Schulhöfen. Laut Studien haben mehr als die Hälfte der Jugendlichen Vorbehalte und Abneigungen gegenüber Lesben und Schwulen. Erhebungen zufolge haben homosexuelle Jugendliche ein viermal höheres Suizidrisiko als heterosexuelle. Der Diskriminierung kann dabei nur durch vorbehaltlose Aufklärung und durch positive Vorbilder entgegengewirkt werden. Die Spuren Homosexueller in Wissenschaft, Literatur, Kunst und Geschichte sind vielfältig und dürfen nicht ausgeblendet werden. Die selbstverständliche und gleichberechtigte Behandlung und Thematisierung von LSBTI - Lebensweisen müssen fester Bestandteil in den Unterrichtsplänen aller Schularten und in der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften sein. Das pädagogische Personal muss offensiv und kompetent über LSBTI-Lebensweisen aufklären und bei Mobbing intervenieren können.

Immer mehr Kinder wachsen in Regenbogenfamilien auf. Ihre und die Bedürfnisse ihrer Eltern werden häufig ignoriert und unsichtbar gemacht. Doch Unsichtbarkeit schafft Angst, und Angst schafft Ablehnung. In Verwaltung und im Alltag treffen sie daher oftmals auf Unsicherheit, Ignoranz oder auch Ablehnung. Dabei wachsen in vielen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften eigene Kinder eines Partners (in 4 von 5 Fällen bei lesbischen Paaren) auf und lesbische Frauen und schwule Männer adoptieren Kinder seit Langem – als Einzelpersonen. Eine vom Bundesjustizministerium 2009 veröffentlichte Studie zu Kindern in Regenbogenfamilien hat gezeigt, dass diese sich aufgrund der oft höheren Bildung zumeist sogar besser entwickeln, wie Kindern in klassischen Familienkonstellationen und die befürchteten Diskriminierungserfahrungen der Kinder in Schule und Kindereinrichtungen auch nicht gravierender sind als von Kindern mit anderer Hautfarbe, anderer Herkunft oder Religion. Eine Schwangerschaft durch Insemination ist lesbischen Paaren in Deutschland noch immer verwehrt.

Eine gesellschaftliche Entstigmatisierung von Menschen mit HIV/AIDS ist bisher auch in Brandenburg nicht erreicht worden. Menschen, die in Brandenburg von HIV und AIDS betroffen sind, werden weiterhin diskriminiert und stigmatisiert, sodass diese sehr selten mit ihrer Infektion und/oder Erkrankung weder im privaten Kreis oder gar öffentlich umgehen. Nach wie vor gilt: Schwule und andere Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), HIV-betroffene Familien, Menschen aus Ländern mit einer hohen HIV-Prävalenz, Drogengebraucher/innen, Sexarbeiter/innen und Menschen in Haft sind besonders gefährdet.

markovJustizminister Dr. Helmuth Markov (Die Linke) übergibt Lottomittel an Bündnisprojekt

Mit der endgültigen Abschaffung des § 175 StGB 1994 endeten polizeiliche Verfolgung und Stigmatisierung homosexueller Männer durch den Staat auf Grund des genannten Paragraphen. An dem Prozess, der zur Abschaffung des Paragraphen führte, waren über 122 Jahre lang die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Kräfte sowie herausragende Einzelpersönlichkeiten beteiligt.. Hier wirft die Geschichtsschreibung spannende Fragen auf. Als August Bebel 1901 im Reichstag die Abschaffung des § 175 forderte, bezog er sich dabei auf eine Petition, die Magnus Hirschfeld (dt. Sexualforscher) initiierte. Diese unterschrieben etwa 800 Menschen. Gab es davon Unterzeichnende, die auf dem heutigen Gebiet Brandenburgs lebten? Das Geschichtsprojekt "amico" des Bündnis Faires Brandenmburg e.V. hat eine erste Antwort gefunden.

In seinem neuen Projekt "§175 - Geschichte und Schicksale" wollen die Mitarbeitenden durch Recherche in Archiven und  Zeitzeugenbefragungen vor allem an diejenigen erinnern die sich gegen den "175er" engagiert haben.

gruppeuni2 Let´s have a Kiki! - ist das Motto des Stammtischtreffens der neuen queeren Potsdamer Unigruppe. Was gibt’s?* Grillwurst, Conchita Wurst, Steaks, Bier, Musik. Gegrillt wird alles, was ihr mitbringt. Die Gruppe ist für alle Queer´s offen. Sie bietet einen unverkrampften Rahmen. Wer neu ist braucht keine Scheu zu haben.

Uni Potsdam/ Campus Griebnitzsee, vor Haus 3, ab 18:00 Uhr - 22:00 Uhr

studieArbeitIdentität, Job, Performance - Studie zur Verbesserung der Arbeitssituation schwul-lesbischer Beschäftigter

In Deutschland kann derzeit von mindestens 1,9 Millionen erwerbstätigen Menschen ausgegangen werden, die ihr Leben und ihre Partnerschaften gleichgeschlechtlich gestalten. Die sexuelle Identität kann somit für jedes Unternehmen ein Thema der Personalpolitik sein. Aus Befragungenergibt sich jedoch, dass mindestens die Hälfte der schwul-lesbischen Beschäftigten ihre sexuelle Identität vor den meisten Kollegen_innen verschweigt. Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität scheint auch heute noch weit verbreitet zu sein. Schwul-lesbische Beschäftigte sehen sich ständig mit Situationen am Arbeitsplatz konfrontiert, in denen sie sich fragen müssen, wie sie mit ihrer sexuellen Identität umgehen, z.B. welchen Kollegen_innen sie welche Informationen ihres Privatlebens mitteilen oder ob sie das Bild ihres_r Partners_in aufstellen, da diese Informationen Rückschlüsse auf ihre sexuelle Identität zulassen. Dies stellt eine dauerhafte Herausforderung für schwul-lesbische  Beschäftigte dar. Trotz alledem ist der Umgang mit der sexuellen Identität am Arbeitsplatz kaum erforscht!

pizzarolls


Das Projekt findet vorerst nicht statt. Wer mehr erfahren möchte, wendet sich bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


Ein toller Ort zum Treffen, Quatschen, Kaffeetrinken ist der Queere Salon in Potsdam, der sich seit Mai 2014 zweimal monatlich im konte[:x]t trifft. Der Queere Salon Potsdam immer am 1. und 3. Sonntag im Monat ab 17 Uhr ein  zu Kaffee und Kuchen. Der Queere Salon ist eine offene Gruppe für alle, die sich queer empfinden oder grade auf der Suche sind. Geboten werden neben Sonntagskaffeeklatsch & Kuchen, Lesungen, Filmabende, Ausflüge in Potsdam und Umgebung und natürlich jede Menge interessanter Leute. Jede_r, der_die Lust hat, kann vorbeikommen oder Vorschläge für Aktivitäten machen.

Ralf Holzschuher2(LSVD)  Berlin, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg erlauben homosexuellen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten das Tragen der Uniform beim CSD - nur Brandenburg nicht

Vom 18. bis 21. Juni 2014  findet in Berlin die vom Verband lesbischer und schwuler Polizeibediensteter organisierte Konferenz der „European Gay Police Association“ statt. Die etwa 200 Polizistinnen und Polizisten aus etwa zwanzig europäischen Staaten sowie aus den assoziierten Organisationen in den USA, Australien und Israel werden heute Abend von Berlins Regierendem Bürgermeister, Klaus Wowereit, im Berliner Rathaus empfangen.

Während die teilnehmenden Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten aus Berlin, Sachsen-Anhalt, Mecklenburger-Vorpommern und Baden-Württemberg für die CSD-Parade am kommenden Samstag die Uniformtrageerlaubnis haben, wird dies den Brandenburger Kolleginnen und Kollegen von dessen Innenministerium unter Leitung von Innenminister Ralf Holzschuher (Bild) untersagt. Angeblich, so das Brandenburger Innenministerium, bestehe die Gefahr, dass die Uniform mit einem Kostüm verwechselt und damit ins Lächerliche gezogen werden – dies wiederum würde dem Ansehen der Brandenburger Polizei insgesamt schaden.

Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) kritisiert die Unterstellung des Brandenburger Innenministeriums, eine offizielle Teilnahme am Christopher Street Day (CSD) könne dem Ansehen der Polizei schaden. Zugleich begrüßt der LSVD, dass die Berliner Polizei auch am CSD die gute Zusammenarbeit mit der lesbisch-schwulen Community fortsetzt.

Zur Frage, ob das Brandenburger Innenministerium vielleicht nur die Demo-Aufrufe ernstgenommen haben könnte - und daher den CSD des CSD e.V., an dem VelsPol teilnimmt, als die Spaßveranstaltung ansieht, für die Kritiker diesen halten, lässt sich der LSVD leider nicht aus.

SCHWUSOSZum Tourstart der diesjährigen CSD-Trucktour der SPD in Dresden am heutigen Samstag erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der SPD (Schwusos), AnsgarDittmar:

"Es ist wieder soweit - die Saison der Christopher-Street-Day Paraden in den Städten beginnt. Es werden wieder in den kommenden Monaten mehrere Millionen Menschen in Deutschland bei den Paraden dabei sein und für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans - und Intergeschlechtlichen kämpfen. Dieses Jahr umso mehr - nicht nur international, sondern auch in Deutschland ist viel zu tun.

dittmarAnlässlich des morgigen Internationalen Tages gegen Homophobie (IDAHO) erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der SPD (Schwusos), Ansgar Dittmar:

Am vergangenen Samstag hat Europa ein großes Zeichen der Akzeptanz ausgesandt, als mit dem jungen österreichischen Künstler Tom Neuwirth und seiner Kunstfigur Conchita Wurst ein Vertreter der LGBTI-Community den European Song Contest gewann. Das Zeichen währte nur kurz, denn kaum war der Gewinner bekannt gegeben, haben sich Hass und Häme in den sozialen Netzwerken ausgeschüttet.

Wir müssen leider feststellen, dass nach Jahren steigender gesellschaftlicher Akzeptanz wieder eine neue Welle von Homophobie in die deutsche Gesellschaft zurückgekehrt ist. Was jedoch fehlt, ist der gesellschaftliche Aufschrei. Ist es tatsächlich so, dass lesben- und schwulenfeindliche Tendenzen gesellschaftlich akzeptiert sind oder zumindest toleriert werden?

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Gemeinsames Adoptionsrecht jetzt!

Am Donnerstag, dem 22. Mai 2014 findet ab 17:00 Uhr eine Protestkundgebung vor dem Bundeskanzleramt statt. Ob Frau Merkel dazu auch so freudig winken wird, darf allerdings bezweifelt werden. Schliesslich erklärte sie ja dazu in einer Fernsehdiskussion zur Bundestagswahl 2013 - dass trotz aller wissenschaftlichen Studien, die bejahen, dass Kinder in lesbisch-schwulen Familien genau so gut aufwachsen, wie in anderen Familienzusammenhängen, ihr Bauchgefühl sie da noch Bedenken haben lässt.

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Interview mit Sergaj Yenin, nachdem der Film über seine Erfahrungen als Homosexuellen-Aktivist vor Publikum gezeigt wurde. Yenin ist Homosexuellenaktivist aus Weißrussland.